Casa Baccichetto
Die besten Weingüter finden wir meist nicht auf Messen, sondern nach Recherche und dem anschließenden Besuch. Manchmal aber reicht auch einfach ein Glas am richtigen Ort. Bei der Casa Baccichetto war es genau so: die zufällige Wahl einer kleinen Weinbar in Salerno (Kampanien) auf der Durchreise bei einem ausgedehnten Urlaubstrip von Rom bis an die Südspitze Apuliens. Der Besitzer stammt aus Norditalien und schenkt daher (ind Süditalien) ausschließlich Weine aus seiner Heimat aus.
Wir probierten den Pinot Grigio von Casa Baccichetto – Liebe auf den ersten Blick. Klar, frisch, geradlinig und mit einer schönen unaufdringlichen Frucht - weit entfernt von der Beliebigkeit, die man bei dieser Rebsorte leider häufig im Glas hat. Der Inhaber der Bar stellte den Kontakt zu Marco her, dem Juniorchef des Weinguts. Ein Termin war schnell vereinbart und ein paar Wochen später saßen wir in dem wunderschönen Weingut an der Ponte di Piave.
Casa Baccichetto ist ein klassischer Familienbetrieb. Die Weinbautradition reicht mehr als hundert Jahre zurück, heute bewirtschaftet die Familie rund 30 Hektar Rebfläche. Der Piave fließt in unmittelbarer Nähe und prägt die Böden mit seinen mineralischen Ablagerungen. Im Mittelpunkt steht eine nachhaltige Bewirtschaftung der Weinberge, mit viel Handarbeit, sorgfältiger Selektion und einem klaren Ziel: ehrliche Weine, die ihre Herkunft zeigen.
Unser Besuch fiel mitten in die Lesezeit. Entsprechend lebendig war es auf dem Hof und im Keller. Trotzdem nahm sich die außerordentlich zuvorkommende Familie viel Zeit für uns. Wir probierten uns durch das Sortiment und lernten ein Weingut kennen, das bei aller Professionalität angenehm unprätentiös geblieben ist. Neben dem Pinot Grigio überzeugte uns fast der gesamte Flight - drei weitere Weine fanden wir besonders gut, sodass sie ebenfalls ihren Weg in unser Portfolio fanden: der elegante Pinot Bianco, der charaktervolle Raboso und der tiefgründig-elegante Malanotte del Piave DOCG.
Gerade der Malanotte erzählt viel über die Region. Der Name Malanotte stammt nicht von einer besonders dunklen Nacht, sondern vom Borgo Malanotte bei Tezze di Piave. Der mittelalterlich geprägte Weiler ging im 17. Jahrhundert an die aus dem Trentino stammende Adelsfamilie Malanotte über. Rund um den Ort entwickelte sich der Anbau des Raboso besonders stark. Heute ist Malanotte del Piave die höchste geschützte Herkunftsstufe dieser Rebsorte. Ein Teil der Trauben wird vor der Vinifikation angetrocknet. Das nimmt dem Raboso nichts von seiner Eigenständigkeit, rundet aber seine wilde Seite ab. Danach braucht der Wein Zeit: mindestens drei Jahre Reife, davon mindestens ein Jahr im Holz.
Genau diese Verbindung aus Tradition, regionalem Charakter und eigener Handschrift beschreibt exakt das, was uns Weingüter wie die Casa Baccichetto finden lässt. Besondere Weine von Erzeugern, die eine Idee verfolgen und Ihre Weine entsprechend ausbauen. Und die es mehr als wert sind, auch in Deutschland bekannt gemacht zu werden
Redaktionelle Grundlage: Angaben von WEINWUNDER, Casa Baccichetto und Consorzio Vini Venezia.